Càceres – Casar de Càceres (10km)

Den Stadtrand erreichten wir nach einer knappen halben Stunde. Am grossen Kreisel schauten wir jedoch nicht auf die Buchbeschreibung des Weges, sondern nahmen intuitiv den Wanderweg, der auf einen Hügel führte. Oben angekommen, fanden wir keine gelben Pfeile mehr vor, welche uns in der Regel zuverlässig den Weg weisen. Wir beschlossen trotzdem dem Weg zu folgen, da er immerhin Richtung Norden führt. Etwas später bestätigte uns ein Jogger mit einem Jagdhund, der mich etwas zu aufdringlich beschnupperte, dass wir weiter vorne einfach rechts hinuntergehen können und dann den Originalweg wieder auffinden werden. Wir waren beruhigt, uns nicht im Weg geirrt zu haben. Im Windschatten einer alten Mauer machten wir auf dieser Anhöhe erst mal einen kurzen Rast, essen Früchte und geniessen die Sonne. Die Fernsicht ist fantastisch. Vor uns liegen riesige, baumlose, grüne Weideflächen, welche lediglich durch die weissen Häuser von Casar unterbrochen werden. Weit im Hintergrund erhebt sich, gemäss Karte, das kastilische, schneebedeckte Scheidegebirge. Da müssen wir drüber in ein paar Tagen! Wir gehen weiter. Der Nordwind pfeift uns, ohne Windschatten, recht zügig um die Ohren, so dass ich froh bin um mein Halstuch. Danke Claudia! Chrigu läuft auf der offenen Ebene etwa 50 Meter neben dem Weg und verärgert einen Hasen, der das Weite sucht. Über uns kreisen Störche.  Besser als Geier, denke ich. 😎 Die Idylle wird lediglich durch meine Blase am Fuss getrübt. Jetzt sind wir über 1100km durch ganz Frankreich gepilgert und ich hatte praktisch nie eine Blase. Warum denn nun wieder hier auf der Via de la Plata wie im 2010? Ich muss mich nun informieren , ob es nicht doch irgendwo am Tajo-Stausee eine Übernachtungsmöglichkeit gibt, denn sonst schaffe ich die morgigen ~34 km nicht. 
Die casa de peregrinos befindet sich direkt an der Plaza de España, wo sich die Arbeitslosen die Zeit vertreiben. Den Schlüssel fürs Haus gab es in der Bar nebenan. Zahlen kann man soviel man will oder eben für angemessen findet. Es hat 18 Liegen auf Doppelstockbetten, eine kleine Küche, WC und sogar einen Tumbler. Alles schön sauber. So, dass die je 5€, welche wir in den Topf legten, eigentlich zu wenig sind. Das werden wir heute Abend in der Bar nebenan noch nachholen.
   
 

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