Saludos desde Mérida !

Endlich ging es los ! Die Anreise nach Mérida hat gut geklappt. Um 15 Uhr sind wir via Flug nach Madrid und Zug ab Madrid, in dieser schönen Kleinstadt angekommen. Alles war wie ausgestorben. Erst jetzt kam uns in den Sinn, dass die Spanier ja diese geniale Angewohnheit, sprich Kultur, mit der Siesta haben. 😎 Zwei Bier und zwei Salate später, haben sich dann die Gassen wieder mit einheimischen jungen, kinderwagenstossenden Familien gefüllt und die Läden waren wieder geöffnet. Zeit, um uns mit Proviant für morgen, der ersten Mini-Etappe, einzudecken. Dazu gehört Wasser, Früchte, Brot, Schafkäse und 200g des dunklen Pata negra Schinkens, den ich über alles liebe. Anschliessend hatten wir Audienz bei Gallus Julius Cäsar im grossen römischen Amphitheater. (Ha-ha)
Wir übernachten im **Hotel Cervantes für 40€ beide. Nichts besonderes, aber ist sauber, ruhig und mit WLAN. 

Andere Pilger, Wanderer oder Touristen haben wir bisher noch keine angetroffen. 
Morgen Vormittag möchte ich noch das römische Museum, welches mir empfohlen wurde, besuchen. 
Die morgige Halbtages- Etappe über 16km nach Aljucén ist ideal zum Starten und ich freue mich auf die Natur und Ruhe. Es ist erstaunlich grün und blüht in allen Farben. Ich will mir erst mal die Zeit nehmen, um vom Alltag herunterzufahren und den Körper an das Gehen gewöhnen. Das sollte unsere Etappenplanung mindestens die nächsten drei Tage zulassen.
Ach ja, hier noch der südspanische Wetterbericht für die nächsten Tage, falls es Dich interessiert 😂😂: sonnig bei 18 – 22 Grad.

Hasta luego y buen camino !
  

Packliste

32 l Rucksack 1000
Wanderschuhe 500
Schlafsack & Hülle 950
Regenjacke 320
Gamaschen 50
Hut 50
1 Paar Trekkinghosen 300
Sandalen 250
2 Paar Unterwäsche 100
2 Funktionsshirts 200
1 Trekkinghemd 100
Fleece Jacke 150
2 Paar Wandersocken 50
Gurt 30
Desinfektionscrème 5
Duschgel 30
Hirschtalgcrème 100
Magnesiumtabletten 10
Oropax 5
Pflaster 5
Schmerzmittel 10
Zahnbürste 5
Zahnpasta 10
Sonnencreme 20
Rasiermesser 10
Wasserflasche leer 10
4 Zipplocktüten 10
Feuerzeug 10
Hüfttasche 20
Mikrofaserhandtuch 50
Mobile Phone 100
Mobile Phone Akku 20
Brille 10
Sonnenbrille 10
Taschenmesser 10
Rucksack – Überzug 100
Schnur 10
Wäscheklammern 10
Nähnadel & Faden 5
Euro 120
Buch 500
Papiere 200
Kreditkarte 5
Total Gewicht [g] 5465

am 05.03.2016 gehts wieder los!

In gut 3 Wochen ist es endlich wieder soweit! Die Anreise ist natürlich längst gebucht. Seit Wochen vergeht kaum ein Tag, an dem ich nicht in irgendeiner Form an dieser Reise geplant habe. Entweder gab’s zwecks Gewichtsoptimierung irgend etwas auf der Packliste zu streichen oder zu ersetzen, meine Spanisch-Kenntnisse aufzufrischen, Übernachtungsmöglichkeiten zu suchen, Etappen zu planen und so weiter. Es ist ja nicht das erste Mal, dass Chrigu und ich zusammen unterwegs sind. Verteilt auf die letzten 5 Jahre haben wir zu Fuss ganz Frankreich von Genf bis zu den Pyrenäen durchquert. Immerhin etwa 1150 Kilometer. So zählen wir uns unterdessen nicht mehr zu den Pilgrim- Newbies und sind besser auf den Füssen  als vor 5 Jahren.

Vor der Via de la Plata, (was für ein schönes Wort, klingt immer wieder wie Musik in den Ohren !), hab ich allerdings gehörigen Respekt. Es ist ganz was anderes in Südspanien, als in Frankreich zu wandern. Die Distanzen sind grösser, der Boden ist bei Regen lehmig und kräfteraubend und wie es der Name „Extremadura“ sagt, kann das Wetter windig, nass, kalt, oder im Sommer sehr heiss sein.

Im Frühling 2010 musste ich der Via de la Plata Tribut zollen, da ich zu schlecht vorbereitet war und meine körperlichen Grenzen nicht respektierte. Und wie ist es, wenn man seine Grenzen nicht respektiert ? …schmerzhaft 😉 Egal in welcher Form …

Im Herbst 2015 entschieden wir uns, dort weiterzugehen, wo ich den Weg im Jahr 2010 abbrach. Wir waren uns einig, dass nach der Via Podiensis, der Camino Frances nicht in Frage kommt. Erstens wegen den Pilgermassen und zweitens, weil die Pyrenäen-Überquerung wegen des Schnee’s im frühen März mehr als fraglich ist.

Warum sich so viele den Camino Frances antun, kann ich nicht nachvollziehen. Es gibt ruhigere und weniger kommerzielle Alternativen. Wie zum Beispiel den Camino Portugues, Camino Primitivo, Camino del Norte etc. Die Pilgerstatistik vom Jahr 2015 ist eindrücklich:

Camino Frances 172’206 65,61%
Camino Portugues 43’137 16,44%
Camino del Norte 15’826 6,03%
Camino Primitivo 11’471 4,37%
Camino Inglés 9’247 3,52%
Via de la Plata  9’221 3,51%
Quelle: http://peregrinossantiago.es/eng/pilgrims-office/statistics/?anio=2015&mes=

So fliegen wir also am 05.03.2016 nach Madrid und von dort weiter mit dem Bus nach Mérida. Ich hoffe, dass alles klappt und alle Daheimgebliebenen gesund bleiben. Denn, wer macht sich schon aus dem Staub, wenn zuhause etwas nicht stimmt.

Wenn Du einmal gepilgert bist, dann wirst Du immer wieder gehen.

Bei keiner anderen Art von Freizeitbeschäftigung kann ich mich besser erholen und komme erfüllter zurück. Das Unterwegs sein mit dem Minimum am Rücken auf die einfachste Art, nämlich zu Fuss, ist Intensität, Abenteuer und Erlebnis pur. Es leert den Kopf, stärkt den Körper und beglückt die Seele. Für mich ist ein Pilgerweg nicht einfach ein Wanderweg. Es gibt grosse Unterschiede. Doch die merkt man erst , wenn man sich darauf einlässt.

Das Gewicht meines 35 Liter Rucksacks beträgt akzeptable 6.6 kg ohne Trinkwasser. Das ist gerade mal knapp die Hälfte von dem, was ich 2010 rumgeschleppt habe. Bis jetzt war ich einfach nie zufrieden mit meinen Regenkleidern. Weder die Regenjacke noch der Poncho hielten während 2 Tagen Regen dicht. Gar nicht im Regen gehen, ist ja auch nur was für Weichbecher und somit keine Alternative. So habe ich mich nun erstmals für die Variante Freehand-Regenschirm mit Regenjacke und Gamaschen entschieden. Der Schirm kann mittels Klettverschlüssen am Rucksack befestigt werden und gibt einem so zwei freie Arme. Zudem schwitzt man nicht unter dem Poncho. Mal schauen, wie sich das bewährt..

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