Almogía – Villanueva de la Conception (20km)

Die Bar war um 8 Uhr voll mit Handwerkern und Waldarbeitern, welche tatsächlich bereits klare Wässerchen zu sich nahmen. Mir kehrte es schon vom Zuschauen fast den Magen. Ich bestellte Tinu und mir zwei Café, sowie je zwei Sandwiches zum Mitnehmen. Wir liessen unsere Wasserflaschen füllen, schulterten die Rucksäcke und verliessen das Dorf in nördliche Richtung. Ausserhalb des Dorfes bellten links und rechts des Weges ca. 10 Hunde. Vorsichtshalber nahm ich zum Schutz einen Stein in die Hand und versuchte mich auf das Navigationsgerät zu konzentrieren, denn es gab zwei Wege, welche mit „kein Weg“ markiert waren. Also muss es doch einen dritten Weg geben. Das gleichzeitige Hundegebell stresste mich. Man weiss ja nie wirklich, ob alle Zäune dicht halten… Zum Glück fand Tinu nach einiger Zeit und zwischen Ginsterbüschen die Markierung mit dem richtigen Weg.

Die nächsten Stunden wanderten wir nun auf und ab durch die „Montes de Málaga“, dem Hinterland von Málaga mit blühenden Mandelbäumen, Olivenbäumen und Steineichenwäldern. Zwischendurch lässt es die Sonne sogar zu, im T-Shirt zu laufen. Es war wirklich genüsslich heute zu wandern.

Gleich zwei Bäche versperrten uns heute das Weiterkommen. Während sich der Erste mit etwas Geschick und Mut überqueren liess, mussten wir den Zweiten durchqueren. Ich wollte jedoch nicht barfuss hindurchgehen, da ich befürchtete, auszurutschen. Per Zufall fanden wir 2 grosse Plastiksäcke am Ufer und ich stülpte diese über die Beine. Ich versuchte es als erster und zog mir zwei nasse Schuhe raus…. Tinu versuchte es gar nicht mit den Plastiktüten, sondern lief einfach durch den 20 Meter breiten und 30 cm tiefen Bach… nun also halt: Schuhe ausziehen, Wasser leeren, neue Socken anziehen und weiter gehts… acht Kilometer, respektive zwei Stunden bis zu unserem Tagesziel „Villanueva“, welches wir nun erreicht haben. Den Schlüssel zur Herberge (kostenlos) konnten wir in der Bar abholen. Leider ist der Elektroofen der Herberge defekt und Warmwasser zum Duschen gibt es auch nicht. Die einzige Alternative zum Übernachten wäre eine 100 € teure Pension gewesen…

Die sparen wir uns nun für morgen in Antequera auf.

Málaga – Almogía (18km)

Der Taxifahrer, welcher uns heute durch die endlosen Industriezonen Málagas an den Stadtrand fuhr, beklagte sich über den vielen Regen der letzten Wochen in Andalusien. Er hatte recht, seit wir gestern gelandet sind, hatte es immer wieder geregnet. Aber er sei sehr zuversichtlich, dass es jetzt endlich wärmer werde. Ich hoffe, er wird recht behalten.

Den gestrigen Tag begannen wir in Málaga als unfreiwillige Teilnehmer einer Demonstration für mehr Geld für die Pensionierten. Plötzlich waren wir mittendrin. Uns fehlte nur noch die grosse, rote Fahne. Endlich entkamen wir der Rollatorversammlung und fanden den Eingang ins Picasso – Museum. Doch wir waren bei weitem nicht die Einzigen mit dieser Idee und konnten zwischendurch einen Blick auf eines der Werke erhaschen. Ich brauche Ruhe und Zeit, um ein Bild auf mich wirken zu lassen und diese Voraussetzungen waren bei weitem nicht gegeben. Entsprechend war ich etwas enttäuscht. Nach einer Tapas – Stärkung besuchten wir die riesige Alcazaba, eine maurische Burg, welche bereits im 8. Jhdt. gebaut wurde.

Zurück zur heutigen Taxifahrt: Ich bat den Driver mit Hilfe meines Navis anzuhalten, denn genau hier trennt sich Strasse vom Wanderweg und hier beginnt unsere Wanderung und Pilgerweg Richtung Córdoba.

Es regnete nur noch leicht und wir freuten uns beide, dass es nun endlich losging. Der Weg verlief die ersten Kilometer in einem breiten Bachbett. Doch erstaunlicherweise führte der Bach wenig Wasser, so dass wir ohne nasse Füsse die anschliessende erste Steigung von 400 Höhenmetern in Angriff nehmen konnten. Schon bald wünschte ich mir, doch nur mehr Fitness im Winter gemacht zu haben. Trotz Rucksackgewicht von nur 7.5 kg kam ich ganz schön ins Schwitzen. Auf halber Höhe plauderten wir mit 2 Männern, welche mit dem Bau eines Swimmingpools beschäftigt waren. Wir verstanden uns gut und sie wollten uns gleich zu einem Glas Wein einladen… Wir lehnten dankend ab, mit der Begründung, dass wir heute noch zuviele Kilometer zum Wandern vor uns haben.

Almogía klebt als typisches weisses andalusisches Dorf an einem Berghang. Natürlich ist die Herberge ganz zuoberst im Dorf, jedoch gleich neben einer Bodega und einem Restaurant, welches wir jetzt mal austesten gehen.

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