El Cubo de la Tierra del Vino – Zamora (33km)

Inzwischen gehen die Etappen über 30km wie geschmiert! 

Karl der Kühne, die Basken und der Yoga-Österreicher, der den Weg teils barfuss geht (!!) haben wir in Zamora in der Herberge wieder getroffen. Die beiden Professorinnen nehmen es etwas gemütlicher.

Heute Abend wird es noch eine Prozession in den Gassen Zamora ’s geben. Für Interessierte: Unter „Salamanca“ habe ich noch ein paar Fotos der Prozession aus Salamanca hochgeladen.

Im Norden Spaniens und Portugal gibt es ja recht viele Wölfe. Ist das eine Wolfs – oder eine Hundespur ?  

 Znüni 

Die Szenerie unten erinnert mich an ein gewisses Standard Hintergrundbild …

  

  

Zamora 

   

Salamanca – El Cubo de la Tierra del Vino (36km)

 
Zu Fuss aus einer Grossstadt zu gehen, ist ja nicht unbedingt das Angenehmste. So war das auch heute morgen in Salamanca um 06:30 Uhr. Keine Bar weit und breit, welche bereits geöffnet hätte. Erst im nördlichen Barrio, sprich Aussenbezirk, mischten wir uns „unauffällig“ unter die Beamten an einer Bar, bestellten Café con leche und ich liess mir ein Bocadillo con jamon para llevar, ein Sandwich zum Mitnehmen, zubereiten. 
Die ersten 30km sind schnell beschrieben: 8km geradeaus, Pause, 8km geradeaus, Pause, 8km geradeaus, Pause usw. Alles flach, Felder links, Autobahn rechts. Langweilig. Wir spornten uns gegenseitig zu mehr Tempo an, aber die Kilometer wollten und wollten nicht weniger werden. Die letzten 4 km wurden uns dann durch einen heftigen Hagelsturm versüsst. Zum Glück fanden wir, zusammen mit Karl dem Kühnen aus Würzburg, vorübergehend Schutz unter einer Eiche. 

Als wir in der Herberge ankamen, waren bereits Olga, eine lustige, ulkige Rechts – und Carmen, eine laute, vorwitzige Matheprofessorin aus Sevilla und ein baskisches Paar aus Bilbao anwesend. Das waren dann wie der spanische Nord – und Südpol an einem Tisch vereint. Die Andalusierinnen quasselten munter drauflos. Chrigu erzählte mit Ausschweifungen einen Witz auf spanisch. Alle lachten, sogar die ernsten Basken. 😉
Anbei noch ein paar Momentaufnahmen des Tages und Abends.  
 

   

   
    

Salamanca 

Was für eine Stadt!
Zur Feier des Tages gönnte ich mir heute morgen ein etwas ausgedehnteres Frühstück. 
Der Kollege war anschliessend unschlüssig, was er will und so begab ich mich halt alleine auf Stadtbesichtigung. Vor der alten Universität begann gerade eine Führung durch deren Gebäude und ich schloss mich der kleinen Gruppe an. Ich war beeindruckt. Es wurden all die Vorlesungsräume aus dem Mittelalter gezeigt, welche sonst verschlossen sind. 
Irgendwie wusste ich von mir bisher selbst nicht, dass mich all der alte Plunder so interessieren könnte. Das Fach Geschichte bestand für mich während der Schulzeit lediglich aus Jahreszahlen auswendig lernen. Aber hier ist die gesamte Geschichte der letzten zweitausend Jahre so lebendig. Die Reconquista (Rückeroberung der iberischen Halbinsel der Christen von den Mauren) ist ja im weiteren Sinne heute in Europa wieder sehr aktuell… 
Nur fragte ich mich heute: Unter wem ging es den Menschen im Mittelalter besser ? Unter den Römern ? Unter den Mauren ? Unter der katholischen Kirche? Die Frage interessierte wohl gar niemanden und vermutlich ging es den Meisten so oder so mies. Aber unter der Kirche noch ein bisschen mieser. Es ging einfach um Einfluss und Macht. Gestern sowie heute. 
Mehr per Zufall trafen Chrigu und ich uns am Nachmittag wieder in den Gassen und entschlossen noch die alte Kathedrale hochzusteigen. 
Jetzt folgen hier noch ein paar bildhafte, kulturelle Eindrücke der Stadt und wir beginnen jetzt dann gleich mit dem kulinarischen Teil des Tages.
Morgen geht es weiter Richtung Zamora!

   
    
    
   

   
    
   

Morille – Salamanca (20km)

Gestern Abend wurde zum Glück noch eine Flasche Gas bei der Gemeinde in Morille gefunden. Somit konnte die Albergue doch noch geheizt und die Wäsche getrocknet werden. 
Die Etappe war relativ langweilig und zäh. Salamanca sieht man von Süden her kommend, schon aus 10km Entfernung, aber die Stadt will und will einfach nicht näher kommen. Desweiteren müssen wir gerade eine Kaltfront über uns ergehen lassen und es ist so richtiges Aprilwetter. Kühl, Regen, Sonne, Graupelschauer und wieder von vorn. Mein Regenschirm stand im Dauereinsatz. Doch endlich war die Brücke vor der Stadt erreicht. Wer hat sie erbaut ? Natürlich die Römer. 

Nach Besichtigung der Kathedrale checkten wir im „Hostal Catedral“ gleich nebenan ein und bezahlten 2 Übernachtungen. Die Besitzerin wollte uns jedoch ein Zweibettzimmer für drei Personen verkaufen. Worauf wir das Geld zurückverlangten, wieder auscheckten und ein anderes Hostal gleich neben der bekannten Plaza Mayor fanden. 

Die Karwoche hat in Spanien einen sehr hohen Stellenwert und die meisten Hotel und Hostals sind während dieser Zeit ausgebucht. Dachte bisher gar nicht dran, dass dies uns ja auch betrifft. Sprich, die Etappenplanung für die kommende Woche müssen wir morgen vornehmen. 

   
    
 

  

Fuenteroble de Salvatierra – Morille (33km)

Um sieben Uhr war der Frühstückskaffee getrunken und wir aus dem Haus. Erst ging es durch die kastilische Hochebene, die eigentlich wie eine Savanne anmutet. Darauf stieg der Weg stetig an. Während diesem Anstieg hörte ich auf der anderen Seite einer Mauer so Geräusche, die ich nicht zuordnen konnte… und siehe da: etwa 12 junge Wildschweinchen auf dem Ausflug 😎. Die Foto ist zwar nicht so gut, habe sie trotzdem hochgeladen.
Oben auf dem Berg angekommen, konnten wir erst unseren Augen nicht trauen. Da sass ein Riesenmonster von einem Vogel auf einem Felsen. Der war allerdings schneller weg, als ich ihn fotografieren konnte. Allerdings waren da noch andere in der Luft. Eventuell kann ja ein Ornithologe uns sagen, ob dies tatsächlich Geier sind. Die Flügelspannweite betrug sicher 2.5 – 3m. 
Nachmittags konnten wir nach fast 2 Wochen Sonnenschein endlich mal unsere Regenkleidung benutzen. Chrigu sieht zwar in seinem Barbour Mantel saucool aus, fehlt nur noch der Colt, aber der Mantel wiegt sicher 2 kg, wenn er trocken ist. Ich mit meinem Regenschirm komme mir schon etwas schwul vor, aber dafür ist der Schirm leicht und ich hatte ihn aufgespannt, als der Kollege immer noch im Rucksack nach seiner Jacke kramte und es bereits regnete. Aber jedem das Seine. Die einzige Herberge heute in diesem kleinen Nest ist alles andere als luxuriös. 3 Doppelstockbetten in einem kleinen Raum. Nebenan eine Dusche. Die Heizung ist defekt. (bei 5Grad..) Die Übernachtung kostet 6€ pro Nase. Gegessen wir in der geheizten Bar nebenan. 

Noch 19 km bis Salamanca! Die nehmen wir noch. Danach ist Sonntag, mein Geburtstag und für die Füsse ein Ruhetag.

  
   
    
  
    
   

 

Calzada de Béjar – Fuenteroble de Salvatierra (22km)

Nach der gestrigen kurzen Etappe und der entsprechend längeren Erholungszeit waren wir heute locker drauf und hatten Energie für Flausen und Spässe. 
Heute Abend kann Chrigu endlich mal wieder seine Kochkünste unter Beweis stellen. Wir sind bei Pfarrer Don Blas und seinen Hospitaleros 

Paco, Estephan und Antonio zu Gast und Christian wird für alle kochen. Zugegen ist auch Karl, ein sympathischer, deutscher Peregrino. Die Herberge wird auf Spendenbasis geführt. Anstelle einer Spende haben wir Huhn, Reis, Gemüse und Wein eingekauft. 
Mit Antonio, der Mann auf dem Bild mit Steinhaus, habe ich lange gesprochen. Er hat mir seine Lebensgeschichte erzählt. Er hat zwei erwachsene Kinder und erst seine Arbeit in Madrid und danach seine Frau verloren. Darauf pilgerte er während Jahren insgesamt 5 mal von Madrid und Sevilla nach Santiago de Compostela. Er fand den Wiedereinstieg in die Arbeitswelt nicht mehr und hauste den letzten Winter in einem Zelt in der Pampa. Nun hat Antonio Don Blas kennengelernt und kann hier arbeiten. Die meisten Steinhäuser, welche hier auf dem Grundstück stehen, wurden von Leuten gebaut, die hier hängengeblieben, oder eine Zeit lang hier leben dürfen. Don Blas selbst ist eingetroffen und wir werden nun essen.
   
    
   

Baños de Montemayor – Calzada de Béjar (12.5km)

Heute beim Frühstück war es an der Zeit, die Etappenplanung bis Salamanca vorzunehmen. In Anbetracht Chrigu ’s Fersensporn, (meine Füsse sind mehr oder weniger wieder ok) und den spärlichen Herbergen in den nächsten Tagen, gehen wir heute eine Kurzetappe. Falls dann alles wie vorgesehen klappt, wären wir am Samstag Abend in Salamanca. Sonst halt später. Es ist entlastend, soweit zu gehen, wie es gerade passt. Bis Santiago de Compostela reicht es bis zum 26.03. sowieso nicht und überhaupt: wären wir ja dann am Ziel !! Und dann ?
Chrigu zog es vor, mit dem Bus bis Béjar zu fahren. Ich hoffe sehr, dass er morgen wieder besser gehen kann! 
Wir plünderten den Bankautomaten, da es bis Salamanca nicht mehr möglich sein wird, Geld zu beziehen und verabschiedeten uns. Es ist sonnig und soll einen schönen Tag geben.
Der Weg nach Béjar ist voller Römerhinterlassenschaften. Der ganze Südhang ist mit alten, zerfallenen Mauern terrassiert. Vermutlich wurde da früher Wein angebaut. Die Pfade bestehen aus verarbeiteten Steinplatten und sind in der Mitte erhöht, damit das Wasser abläuft. Viele römische Meilensteine am Wegrand sind mit Informationsschildern versehen. Ebenso die Brücke aus dem Jahr 134 n.Chr., über welche der Weg führt. Ich versuche mir vorzustellen, was sich damals hier am Fluss abgespielt hat..

Mir geht viel durch den Kopf. Freundschaften die ich habe, Freundschaften die ich wieder besser pflegen will usw. Was halt einem so durch den Kopf geht, wenn man Zeit hat, nachzudenken. Ein idealer Tag, um neue Vorhaben zu planen, Vergangenes nochmals Revue passieren zu lassen und das Wichtigste: Den Moment zu geniessen. 

Ich zog meine zerlöcherte Jacke aus, setzte die Sonnenbrille auf und wanderte zufrieden Richtung Dorf hinauf, in dem Chrigu bereits angekommen ist. 

 

  
    
  

 

Nähe Cáparra – Baños de Montemayor (~23km)

Wenn ich heute morgen gewusst hätte, dass …
Aber alles schön der Reihe nach. Dachte schon, wir hätten die Pechsträhne abonniert. Das Huhn, welches uns gestern im HostalAsturias  serviert wurde, wurde wohl eher mit einer Machete zerlegt und die Fritten waren übelster Sorte.

Und: Heute morgen konnte uns der Hospitalero nicht wie versprochen zurück zur Via de la Plata fahren, da er erst später wieder komme. Okay, hiess für uns zusätzlich 2km an der Hauptstrasse entlang gehen. Danach folgte ein ganz hübscher Abschnitt bis Aldanueva del Camino, wo wir uns mit Proviant neu eindeckten. Anschliessend wieder ödes 12km / 3h Latschen auf der linken Seite einer Hauptstrasse bis kurz vor Baños de Montemayor. Unterwegs wartete ich auf Chrigu vor einem Haus welches mit „Club“ angeschrieben war.. Hier gäbe es wohl weder Café con leche, noch Zimmer, welche länger als für eine Stunde vermietet werden, also ging es nach einem Schluck Wasser und einer Orange weiter. 

Chrigu hatte heute Mühe und leidet unter Fersensporn und Rist-Schmerzen. Auch meinen Füssen behagte das Teergehen gar nicht.

Kurz vor dem Tagesziel war die Stimmung unter null. Wir leerten die Wasserflaschen, da nur zusätzliches Gewicht. Im Hochsommer käme dies wohl kaum in Frage. 

Im Dorf angekommen, deponierten wir die Rucksäcke auf dem Dorfplatz und ich suchte erst mal unsere Herberge, welche nun wirklich nicht zu verachten ist. Wir übernachten sozusagen in einem Antiken-Museum. Aus unseren Büchern wissen wir, dass es hier römische Thermen gibt. Was konnte uns besseres passieren, nach so einem Tag ? 😎 Wir senkten das Durchschnittsalter der Therme-Besucher umgehend um mindestens 50 Jahre 😉 

Die Thermen sind mit Original – Römischem (!) Interieur ausgestattet und wirklich sehr schön. 
Nun gibt es erst Aperitif und danach hoffentlich ein besseres Abendessen. 
Saludos Marcelo / Christiano
   
    
    
    
    
 

Carcaboso – Nähe Cáparra (24km)

Nach dem obligaten Kaffee in der Bar um 0730 Uhr mussten wir erst mal unsere Tagesetappe besprechen und waren uns einig, dass bis Cáparra, der ehemaligen Römerstadt drin liegen sollte. Dort in der Nähe hatte Chrigu das Hostal Asturia ausgemacht. Unterwegs wollte ich dort kurz anrufen, aber die Nummer war ungültig! Ein Blick auf der Hostal-Webseite und ich sah, dass die Buchautorin sich in den Zahlen der Telefonnummer geirrt hatte. Ansonsten hätten wir die nächste Übernachtungsmöglichkeit anpeilen müssen, welche 4 weitere Fussstunden entfernt liegt..
Dafür hatte sie mit der Einschätzung „eine der schönsten Etappen“ recht. Aber ich will nicht mit Beschreibungen langweilen, und lasse die Bilder sprechen. 
In Cáparra gäbe es noch eine Ausstellung über die Römerstadt, welche um vier Uhr hätte öffnen sollen. Aber um fünf war noch niemand da. Caramba. Also gehen wir weiter. 
Müde, duschen, waschen, essen, schlafen 

 
  

    
   

  

   

 

  

  

Riolobos – Carcaboso (22km)

Das Frühstück bestand aus je zwei Café con Leche. Punkt. Die angebotenen industriell verpackten süssen Kuchen verschmähten wir. Ich fragte nach einer „Tostada“, getoastetes Brot, die Frage wurde mit: „Si, pero no es incluido“ beantwortet. So also ! Ich war etwas verärgert und liess ihn das spüren. Eigentlich war bisher alles ganz gut hier, aber das war „gar“ etwas wenig. Ich wollte zum Trotz keine Tostada kaufen. 
So verliessen wir das Dorf. Zweieinhalb Fussstunden von Riolobos, in Galisteo, konnten wir das Frühstück nachholen. Bis Galisteo war der Weg ganz abwechslungsreich und führte über Kuhweiden und Felder. Wir kamen uns schon ein wenig wie im Mittelalter vor, als wir uns über die Hügel dem kleinen Städtchen mit der eindrucksvollen Wehrmauern näherten. In einem Café an der obligaten Plaza de España teilten wir eine Tortilla und kauften Früchte ein. 
Nun wurde der Weg recht ätzend. Nach dem Unterqueren der Autobahn folgten 11 km gehen auf einer Nebenstrasse, welche zum Glück nicht stark befahren war. Wir liefen hintereinander und sprachen nicht viel. Als ich mich das erste Mal umdrehte, war Chrigu schon etwa 200m hinter mir. Aber es schien alles ok zu sein. Ich hängte meinen Gedanken nach und winkte dem Bauer, der sein Feld bestellte. Es roch nach einer Mischung aus frischer Erde und Diesel. Nach sechs Kilometern näherte ich mich einem Weiler. Eingangs Dorf klapperten irgendwo Störche und es roch nach Weihrauch. Das untrügliche Zeichen nach einer Kirche in der Nähe. Wir setzten uns auf eine Bank vor der Kirche, schauten den Einheimischen zu, welche aus der Messe kamen und assen, wie langweilig, wieder mal unsere Orangen. Wiederum ausgangs Dorf auf der langweiligen Strasse war Chrigu zu Spässen aufgelegt, erzählte Räubergeschichten aus jungen Jahren und…. siehe Foto !!
Unterdessen haben wir uns in Elena’s Herberge einquartiert. Wir sind nun fünf Pilger. Eric der Däne, altbekannt; ein Österreicher und ein Deutscher. Letztgenannter hat eine Sehnenscheidenentzündung und sich gestern ein Fahrrad gekauft, da er nicht mehr gehen kann. Er will die Via mit dem Rad fortsetzen.

   
   

  

  

  

   
 

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